Eintracht Braunschweig und die gesamte 2. Bundesliga blicken mit Erstaunen auf einen Spieler, dessen Name vielen Fans noch unbekannt ist, der aber fast so oft trifft wie Harry Kane: Mateusz Zukowski von 1. FC Magdeburg. Der ehemalige Rechtsverteidiger hat sich überraschend zum zweitbesten Torschützen im deutschen Profifußball entwickelt und führt die Torschützenliste der 2. Bundesliga an, was auch für Eintracht Braunschweig im Abstiegskampf von Bedeutung ist.

Der 24-jährige Pole hat in dieser Saison bereits 17 Tore in nur 18 Einsätzen erzielt – eine beeindruckende Quote von einem Treffer alle 93 Minuten. Im Vergleich dazu hat in den drei höchsten deutschen Spielklassen nur Bayern Münchens Harry Kane eine bessere Torquote (alle 65 Minuten). Selbst Deniz Undav vom VfB Stuttgart liegt mit einem Tor alle 106 Minuten hinter Zukowski. Diese Leistung ist umso bemerkenswerter, da Zukowski für den aktuell auf dem 16. Platz stehenden 1. FC Magdeburg spielt und über 35 Prozent der Tore seines Vereins beisteuert, zusätzlich zu drei Assists.

Was Zukowskis Aufstieg so außergewöhnlich macht, ist seine ursprüngliche Rolle. Magdeburg verpflichtete ihn im vergangenen Sommer als Rechtsverteidiger, und das, obwohl er bereits eine Mittelfußfraktur mitbrachte. Viele Stürmer erleben gelegentlich eine "heiße Phase", doch Zukowskis Entwicklung ist weitaus mehr als das, da er nie als klassischer Angreifer vorgesehen war.

Die Verletzung hatte sich Zukowski noch bei seinem vorherigen Verein Slask Wroclaw zugezogen. Ursprünglich wollte der FCM einen Transfer vermeiden. Doch nach dem Abgang von Martijn Kaars, dem Top-Torschützen der Vorsaison (19 Tore), zu FC St. Pauli für eine Rekordsumme von vier Millionen Euro, handelte der Verein schnell. Am vorletzten Tag des Transferfensters wurde Zukowski für 250.000 Euro verpflichtet, wobei Sportdirektor Otmar Schork ihn als "Verpflichtung für die Zukunft" bezeichnete.

Dieser Transfer war ungewöhnlich, nicht nur weil Zukowski aufgrund seiner Genesung die ersten acht Saisonspiele verpasste, sondern auch, weil er in seinen 132 vorherigen Profieinsätzen lediglich fünf Tore erzielt hatte. Der FCM hatte nie die Absicht, ihn als Stürmer einzusetzen. Zukowski hatte seine gesamte Karriere hauptsächlich als Rechtsverteidiger verbracht, eine Rolle, die ihn von Lechia Gdańsk im Jahr 2022 für 600.000 Euro zu den Glasgow Rangers führte.

Bei den Rangers konnte er sich nicht durchsetzen, absolvierte nur einen Einsatz und kehrte nach sieben Monaten auf Leihbasis zu Lech Poznań nach Polen zurück. Vor fast drei Jahren holte ihn Wroclaw zurück. Insgesamt kann Zukowski auf 105 Erstliga-Einsätze zurückblicken, doch seine aktuelle Torgefährlichkeit ist ein völlig neues Kapitel in seiner Karriere, das die gesamte 2. Bundesliga, einschließlich Eintracht Braunschweig, genau verfolgt.